Framework Typ: Norm
Norm

ISO 27001

ISO 27001 ist die internationale Norm für Informationssicherheits-Managementsysteme. Sie hilft Unternehmen, Informationsrisiken systematisch zu erkennen, zu steuern und nachweisbar zu kontrollieren.

Vollständiger Name
ISO/IEC 27001:2022
Aktuelle Version seit Oktober 2022

Was ist ISO 27001?

ISO 27001 ist die weltweit führende Norm für Informationssicherheits-Managementsysteme (ISMS – ein strukturiertes System, mit dem ein Unternehmen seine Informationssicherheit plant, umsetzt, überwacht und verbessert). Sie wird von der Internationalen Organisation für Normung (ISO) gemeinsam mit der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC) herausgegeben.

Die aktuelle Version ISO/IEC 27001:2022 löste im Oktober 2022 die Vorgängerversion von 2013 ab. Im Kern beschreibt die Norm einen risikobasierten Ansatz: Unternehmen identifizieren ihre Informationsrisiken, bewerten sie und steuern sie mit angemessenen Maßnahmen.

ISO 27001 ist freiwillig, aber zertifizierbar. Eine akkreditierte Zertifizierung (Prüfung und Bestätigung durch eine unabhängige, staatlich anerkannte Stelle) belegt gegenüber Kunden, Partnern und Behörden, dass Informationssicherheit im Unternehmen kein Lippenbekenntnis ist.

Wann lohnt sich ISO 27001?

ISO 27001 ist branchenunabhängig und für jede Unternehmensgröße geeignet. In der Praxis kommt der Druck zur Zertifizierung meist von außen.

Lieferanten und Dienstleister werden von großen Auftraggebern, insbesondere aus der Industrie, dem Finanzsektor und der öffentlichen Hand, zunehmend zur Zertifizierung verpflichtet. Wer ohne Zertifizierung in bestimmten Märkten bleiben will, bekommt das Problem früher oder später zu spüren.

Auch regulatorische Anforderungen wie NIS-2 oder DORA setzen ein funktionierendes ISMS voraus, ohne es namentlich zu nennen. ISO 27001 ist der anerkannte Weg, dieses ISMS nachzuweisen.

Kernanforderungen

ISO 27001 strukturiert sich in zwei Teile: die Managementnorm (Kapitel 4 bis 10) und den Anhang A mit konkreten Sicherheitsmaßnahmen.

Anwendungsbereich und Kontext

Das Unternehmen legt fest, für welche Bereiche, Standorte und Prozesse das ISMS gilt. Dieser Scope (Geltungsbereich der Zertifizierung) ist die Grundlage des gesamten Projekts (Kapitel 4).

Risikobeurteilung und Risikobehandlung

Alle relevanten Informationsrisiken werden identifiziert, bewertet und mit geeigneten Maßnahmen adressiert. Das Ergebnis ist ein Risikobehandlungsplan (Kapitel 6).

Führung und Ressourcen

Die Unternehmensleitung trägt die Verantwortung für das ISMS. Sie stellt Ressourcen bereit, benennt Verantwortliche und bewertet das ISMS regelmäßig im Management Review (strukturierte Bewertungsrunde der Geschäftsleitung) (Kapitel 5 und 9).

Dokumentation und Richtlinien

ISO 27001 fordert eine Reihe von Dokumenten: Informationssicherheitsrichtlinie, Risikobeurteilung, Statement of Applicability (SoA – eine Liste aller Maßnahmen aus Anhang A mit Begründung, welche angewendet werden und warum) und weitere.

Maßnahmen aus Anhang A

Der Anhang A enthält 93 Sicherheitsmaßnahmen in vier Kategorien: organisatorisch, personenbezogen, physisch und technologisch. Im SoA legt das Unternehmen fest, welche Maßnahmen anwendbar sind und warum.

Internes Audit und kontinuierliche Verbesserung

Das ISMS wird regelmäßig intern auditiert und durch den PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act: ein Regelkreis aus Planen, Umsetzen, Prüfen und Verbessern) kontinuierlich weiterentwickelt (Kapitel 9 und 10).

{{isms-check-allgemein="/system/components"}}

Zertifizierungsprozess

Eine ISO-27001-Zertifizierung läuft typischerweise in drei Phasen ab:

Phase 1: ISMS aufbauen

Das Unternehmen implementiert alle Anforderungen der Norm: Scope, Risikobeurteilung, Maßnahmen, Dokumentation. Dieser Aufbau dauert je nach Ausgangssituation zwischen drei und zwölf Monaten.

Phase 2: Audit durch akkreditierte Stelle

Eine akkreditierte Zertifizierungsstelle prüft das ISMS in einem zweistufigen Audit: zuerst die Dokumentation, dann die Umsetzung vor Ort. Bei Bestehen wird das Zertifikat ausgestellt.

Phase 3: Überwachungsaudits

Das Zertifikat gilt drei Jahre. In Jahr eins und zwei finden Überwachungsaudits statt, nach drei Jahren ein Rezertifizierungsaudit.

Konsequenzen bei Nichtzertifizierung

ISO 27001 ist freiwillig, aber der Marktdruck wächst. Unternehmen ohne Zertifizierung verlieren zunehmend Ausschreibungen, können bestimmte Kundenverträge nicht erfüllen und haben im Schadensfall schlechtere Karten gegenüber Versicherungen und Behörden.

Für Unternehmen, die unter NIS-2 oder DORA fallen, ist ein nachweisbares ISMS keine Option mehr, sondern Pflicht. ISO 27001 ist der direkteste Weg zum Nachweis.

Wie hilft Digimojo?

Der Aufbau eines ISMS nach ISO 27001 ist kein Wochenendprojekt. Digimojo begleitet dich vom ersten Scope-Workshop bis zur Zertifizierung: Risikobeurteilung, Dokumentation, Richtlinien, interne Audits und Vorbereitung auf das externe Audit.

DigimojoCOMPLY bildet das ISMS strukturiert ab. Du pflegst deine Risiken, Maßnahmen und Dokumente an einem Ort, behältst den Überblick über offene Aufgaben und bist jederzeit auditbereit.

Mehr zum Thema

Aus dem Magazin

Verwandte Frameworks

Thorsten Wälde, Gründer und Geschäftsführer von Digimojo, Experte für Datenschutz und Informationssicherheit
Kontakt

Wie können wir dich unterstützen?

Schreib uns kurz, worum es geht. Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden mit konkreten nächsten Schritten.

Unverbindlich anfragen